Die Geschichte des Tipis

„Tipi“ bedeutet wörtlich übersetzt „sie wohnen (dort)“ oder auch „benutzt zum Wohnen/leben“. Der Begriff kommt von den Dakota-Sioux Stämmen (nordamerikanische Indianer) und beschreibt also genau das, was die Indianer damals taten: sie lebten in ihren Tipis, was damals ihr Zuhause war.

ZU UNSEREN NORDISCHEN TIPIS VON TENTIPI

 

Woher kommt das Tipi?

Die meisten Menschen denken, dass das Tipi von den Ureinwohners Amerikas (den Indianern) erfunden wurde. Doch die Herkunft des Tipis reicht weiter zurück, als wir denken. Bereits in der Altsteinzeit nutzen europäische und nomadische Völker der ehemaligen UDSSR einfachere Formen des später benannten Tipis.

Die primitivere Version wurde von den Völkern damals „Lavvu“ genannt und war deutlich kleiner, als das Tipi, das wir von den amerikanischen Ureinwohnern kennen. Die Außenhülle fertigten die Völker aus Lederhäuten und Fellen an und die Zelte waren kegelförmig.

So gesehen ist es zwar richtig, dass das mit „Tipi“ bezeichnete Zelt von den nordamerikanischen Ureinwohnern stammt, doch es gab viele einfachere Formen des Zeltes unter anderen Bezeichnungen schon deutlich früher.

Bekannt wurde das Tipi, das wir von den Ureinwohnern Amerikas kennen bei uns Europäern erst durch die spanischen Entdeckungsreisen unter Kolumbus. Erzählt wurde von den Zelten der Indianer bereits 1540, als die Spanier zum ersten Mal in das Landesinnere gelangten.

Abgrenzung zu anderen Zeltformen

Nomadische Völkergruppen nutzen ebenfalls Zelte, die den Tipis ähnelten. Allerdings werden und wurden diese häufig fälschlicherweise als Tipis bezeichnet. Das Tipi hat ganz bestimmte Merkmale, die auf diese anderen Zeltformen nicht zutreffen und die deshalb von ihnen abzugrenzen sind. Die signifikanten Merkmale des Tipis sind:

  • Es hat eine nach hinten geneigte, kegelartige Form
  • Entgegen vieler Darstellungen, ist es nicht symmetrisch 
  • Es besitzt Rauchklappen an den Stellen, die weniger steil sind
  • Es hat einen größeren Durchmesser, als die Zelte der anderen Völker (meist 5-9 Meter)

Der Begriff „Wigwam“ bezeichnet ein anderes Zelt. Dies war das Zelt der östlichen Indianerstämme und ist runder und flacher als das Tipi. Es ist eher kuppelförmig und wird mit Gras oder Matten, statt mit Leder oder Stoff verkleidet.

Entwicklungsgeschichte des Tipis

Die ersten Tipis der Ureinwohner Amerikas wurden mit Lederhäuten verkleidet, meistens waren es Bisonhäute. Später, ab ca. 1800 begannen die Indianer, Stoffe zu verwenden. Das lag vor allem daran, dass Bisons allmählich ausgerottet waren.

Leinengewebe oder Segeltuch wurde nun genutzt, und da dieser Stoff leichter als Leder war, konnten sie größere Flächen vernähen und zur Verkleidung nutzen. Der Durchmesser der Tipis betrug damals ca. 7-9 Meter. Durch den Leinenstoff waren die Tipis fortan auch im Transport leichter als die Vorgänger, die mit schweren Lederhäuten verkleidet waren.

Die Indianer transportierten ihre Tipis mit Gleitschleppen, die wie kleine Schlitten aussahen, verstärkt wurde der Transport noch durch Hunde. Später, nach der Entdeckungsreise der Spanier, wurden zunehmend Pferde für den Transport genutzt. Die Pferde wurden erst durch die Spanier in Amerika eingeführt und wurden nach einer Periode des Jagens schließlich zum Transport und zum Reiten genutzt.

Dass sich das Tipi so stark verbreitete, hängt mit der Umsiedlung vieler Indianerstämme zusammen, die vorher aus den nördlichen und östlichen Gebieten Amerikas kamen. Diese siedelten Anfang des 19. Jahrhunderts ihre Jagdgründe um, sodass auch in anderen Gebieten Amerikas das Tipi bekannt wurde. Die Vorteile des Tipis lagen für alle auf der Hand: es war einfach zu bauen und leicht zu transportieren.

Die Spanier, die dann auf die Stämme mit ihren Tipis trafen, waren ebenfalls von den Zelten beeindruckt, was ein weiterer Grund für die Verbreitung der Zelte nach Europa war.

Symbolik der Tipis

Generell wurden die Tipis immer mit dem Eingang zu der aufgehenden Sonne ausgerichtet, also Richtung Osten. Die steile Rückseite konnte so besser gegen den Wind stehen. Aber nicht nur aus Windschutzgründen wurde der Eingang zur Sonne ausgerichtet: Die Sonne symbolisierte seit jeher den Spender allen Lebens und war deshalb von großer Bedeutung für die Stämme.

Da die Symbolik bei Indianerstämmen generell von hoher Bedeutung war und ist, ist die Form des Tipis nicht aus bloßem Zufall rund. Der Kreis signalisiert bei den Stämmen den Kreislauf des Lebens und im Tipi saßen sich die Indianer immer in einem Kreis gegenüber. Auch wurden die Zeltdörfer häufig in Kreisen oder Halbkreisen angeordnet aufgebaut.

Verschiedene Tipi-Arten

Es gibt zwei verschiedene Grundtypen von Tipis, die wir anhand der Stangenzahl voneinander differenzieren können:

  • Der Stamm der Crow oder Blackfoot Indianer z.B. verwendete vier Stangen für ihre Tipis. Dadurch ergibt sich für das Tipi ein anderer Zuschnitt als bei einem Zelt mit drei Stangen.
  • Die dreistängige Variante nutzten vor allem die Dakota-Indianer.

Da dieser Schnitt einfacher und praktischer ist, als der vierstängige, hat sich diese Art des Tipis bis heute etabliert.

Je nachdem, wofür die Tipis gebraucht wurden, wurde die Größe entsprechend angepasst. Sollte es für ein Kind sein, so betrug der Durchmesser in der Regel ca. 2.5 Meter. Sogar die Hunde erhielten zum Teil eigene Tipis. Tipis für Erwachsene bzw. Familien hatten meisten ca. 5 – 5,5 Meter Durchmesser.

Erst die moderneren Tipis mit Stoffbahnen statt Lederhaut wurden dann mit deutlich größeren Durchmessern gebaut und betrugen meist 7-9 Meter.

Ein Meisterwerk der Architektur

Generell lassen sich die Tipis als wahre Meisterwerke der Architektur bezeichnen. Durch die Verkleidung mit Häuten und der Möglichkeit, im Inneren ein Feuer zu machen, spendeten die Tipis in kalten Wintern Wärme. Im Sommer hingegen kühlten sie die Bewohner durch den Schatten und die Häute. Sie waren so gesehen perfekt für jedes Wetter. Auch dem Wind konnten Tipis standhalten, denn durch die Kegelform bot es dem Wind nur eine sehr geringe Angriffsfläche.

Tipis ließen und lassen sich zudem sehr einfach und zügig auf- und abbauen. Für den Aufbau waren übrigens die Frauen zuständig, genauso wie für die Inneneinrichtung des Tipis. Sie benötigten zu zweit in der Regel nicht länger als 30 Minuten für ein Tipi.

Der Mann durfte lediglich das Tipi von außen bemalen, ansonsten war das Tipi „Frauensache“.

Tipis - auch heute wieder angesagt

Auch heute noch – oder wieder, ist das Tipi als Zelt beliebter denn je. Nicht nur bei Indianerstämmen, sondern auch in unseren moderneren Gefilden werden Tipis zunehmend genutzt.

Die Form ist die selbe geblieben und auch das Beheizen ist möglich. Zwar nutzen wir Öfen statt offene Feuer, aber ein bisschen moderner darf es ja auch sein.

Der Stoff wurde z.B. bei den Zelten von Tentipi durch speziellen Zeltstoff ersetzt, der noch wetterfester ist, als es die Leinenstoffe auf den ursprünglichen Tipis waren. Doch letztendlich bieten auch die modernen Tipis das, was die „alten“ Tipis boten: das Zusammensein in der Natur mit der Familie oder mit Freunden - bei jedem Wetter. Ohne Schwitzen oder Frieren und mit genügend Platz für alle. Ein Traum für jeden Camper und Naturliebhaber


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